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Die Kelten
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zum Keltentum
DIE
KELTEN
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Die
Kelten sind nicht, wie oft beschrieben, eine mythische "Volksrasse",
die aus den Nebeln vergangener Epochen emporgestiegen ist, um den
Menschen der heutigen Zeit Rätsel aufzugeben. Vielmehr tragen
sie die Erfahrung unzähliger Wanderungen und Kämpfe der
verschiedensten Volksstämme in sich.
Betrachten
wir also ihre Entstehung: Ihre Geschichte beginnt wohl auf im Vorderindischen
bis in den Kaukasischen Bereich liegenden Gebieten, eben dem wahrscheinlichen
Ursprungsgebiet der Indoeuropäischen Völker, denen sie
angehören. Woher diese nun kamen kann bis heute nicht wissenschaftlich
erklärt werden.
Wir müssen also an dem Punkt ansetzen,
als die Individualisierung der verschiedenen Kulturstämme,
wie z.B. der Kelten, Germanen, Slawen und der verschiedenen Mittelmeerkulturen,
einsetzte.
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Von
hier aus nun zogen jene Stämme, die später die "keltische"
Kultur darstellen sollten, aus, um das Gesicht Europas zu verändern.
Der
Weg der Kelten
/ Die
Begegnungen - Die neue Heimat - Die
Gesellschaft der Kelten
Nachdem
Eis und Kälte, "der unsichtbare Feind" der Überlieferung,
sich aus den Europäischen Ländern zurückgezogen hatten,
machten sich verschiedene Stämme auf, das nunmehr freigewordene Land
im Westen in Besitz zu nehmen. Während jene Stämme, die eine
nördliche Route einschlugen, später unter dem Begriff "Germanen"
zusammengefasst wurden, erhielten die Stämme, welche nach Westen
und Südwesten zogen, die Bezeichnung "Kelten". Diese Gruppen
beeinflussten mit ihrem Zug durch den nördlichen Mittelmeerbereich,
den Balkan, die Alpengebiete bis Mitteleuropa, Frankreich, Spanien bis
zu den Britischen Inseln die dortigen Kulturen und vermischten sich mit
diesen.
Der
Weg der Kelten / Die Begegnungen
/ Die
neue Heimat - Die Gesellschaft der Kelten
Auf
ihrem Weg zu den endgültigen Siedlungsgebieten hinterliessen sie
in den Mythen der
verschiedensten Völker ihre Spuren, ebenso wie diese in den Keltischen
Mythen Einzug hielten. So lebten sie in der Griechischen Geschichte als
"Streitaxtleute" fort, später fanden sie sich als "letzter
Zug aus Troja", auf die sich die "Söhne des Mile"
berufen. Spaniens Mythen sprechen von einem Kriegerstamm aus dem Osten
kommend, der das Land von einer Tyrannei befreit haben soll. Das reichste
Mythenmaterial entstand jedoch bei der Siedlung der Britischen Inseln,
dabei sind wohl vor allem die "Fomorain", die "Thuatha
de Danan" und die "Picti und Ur-"Scoti" zu nennen.
Der
Weg der Kelten - Die
Begegnungen
/ Die
neue Heimat
/ Die
Gesellschaft der Kelten
Die Keltischen Gruppen, die sich schon auf
dem Festland niederließen, also die Ostkelten des Balkans, die Lepontischen
und Helvetischen Gruppen sowie die Hispano-Kelten verschmolzen recht schnell
mit anderen Stämmen zu eigenständigen Kulturen. Die Gallier
ließen sich nach der Niederlage durch Cäsar bei Alesia schnell
romanisieren, die Bretonen allerdings, nach denen die Bretagne benannt
ist, behielten ihre Eigenständigkeit teils bis heute bei. Die Inselkelten,
hierunter fallen die Gaelen Irlands und Schottlands, die Cymrer und Cornen
in Wales, die Picten Schottlands, der Orkneys und Irlands und die Britonen,
die ein auf die Insel übergesetzter Teil der Bretonen sind, vor langer
Zeit dem Druck nachfolgender Stämme nachgebend, eben diese Inselkelten
führten ihre Kultur weitgehend unbeeinflußt von Aussen in die
heute bekannte Hochkultur fort.
Die
geographische Lage isolierte nämlich diese Regionen von den großen
Veränderungen auf dem Festland, so kamen Ausläufer des römischen
Reiches nur bis in Britonisches Gebiet. Erst lange Zeit später, mit
den Angeln und Sachsen in Britannien und dann den Wikingern und Normannen
auch in den anderen Regionen, bis Irland hinein, erfuhr die Keltische
Kultur auf den Inseln wieder neue Einflüsse von Aussen. ©1995
Bran Myrddinn - aus "Die Celten"
Der
Weg der Kelten
- Die
Begegnungen - Die neue Heimat / Die
Gesellschaft
Der
Kelte als Typus wird als dem Germanen ähnlich beschrieben. Die Menschen
waren
hochgewachsen, hellhäutig und rotblond, von wildem Aussehen, streitsüchtig
und aufbrausend. Auch waren Kriegsbemalung oder Tätowierungen keine
Seltenheit. Die keltische Gesellschaft zeigt die gemeinantike Struktur:
eine vertikale Gliederung in Familien und Gefolgschaften und eine dreiteilige
horizontale Schichtung in Adel, Volk und Knechte. In der Familie herrschte,
wie bei den antiken Völkern allgeim, strenges Patriarchat: Die Männer
hatten die volle Gewalt über Leben und Tod von Frauen und Kindern.
Wenn ein vornehmer Mann starb, war es nicht unüblich, die jeweils
besonders geschätzten Knechte und Hörigen auch zu töten.
Die Stellung der Frau unterscheidet sich paradoxerweise aber doch von
den gleichzeitigen Römern und Germanen. Einerseits gab es noch den
Witwenmord am Gattengrab, andererseits besaßen die Frauen Vorrechte
in dreierlei Hinsicht. Erstens konnten die Töchter oder Witwen von
Fürsten die Herrschaft antreten, und zum zweiten kommen eine Reihe
mutterrechtliche Züge. Dazu zählt, daß Männer mitunter
nicht den Namen ihres Vaters, sondern den ihrer Mutter angeben. Auch konnten
die Frauen ihre Gatten frei wählen.
Das durch die Ehe ungeschmälerte Recht
der Frau auf ihren Körper wird durch die gälischen Sagen des
Mittelalters bestätigt, in denen verheiratete Fürstinnen Männern
für bestimmte Dienste ungeniert die "Lust ihrer Schenkel"
anbieten, ohne daß es anstößig war. Um das Bild abzurunden,
sei erwähnt, daß den keltischen Frauen bisweilen amazonen-,
beziehungsweise walkürenhaftes Verhalten nachgesagt wurde. Von den
Römern wurde erzählt, daß die Keltinnen an Mut und Kraft
ihren Männern nicht nachstanden und daß die Gallierinnen
ihre Männer zu verprügeln pflegten. Sie hatten auch politische
Rechte, Mitsprache bei
Zwistigkeiten mit Verbündeten und bei Entscheidungen über Krieg
und Frieden.
Die Kelten waren als Krieger gefürchtet.
Laut Platon ein gesetzloses, kriegerisches Geschlecht, auffallend hochwüchsig.
Cassius Dio kennzeichnete die Keltenkrieger als ungestüm und zäh,
aber ohne Ausdauer und rasch verzweifelnd, sobald es rückwärts
gehe, aus einem Extrem ins andere fallend. Zwei Dinge liebten sie: den
Krieg und den Alkohol.
Die Kelten trugen große Schilde, Speere und lange Schwerter.
Das keltiberische Kurzwschwert, das zum Hauen und Stechen verwendbar war,
wurde von den Römern samt dem Wort dafür (gladius) übernommen.
Als
einziges Volk der Antike zogen die Kelten kostbar geschmückt in den
Kampf. Zur Herausforderung der Gegner trugen sie Ketten, Spangen und ganze
Panzer aus Gold. Sie zierten Hals und Arme mit goldenen Wendelringen,
deren offene Enden in Tierköpfe ausliefen. Die Schilde der Krieger
trugen Wappentiere, die Helme waren besetzt mit Stierhörnern, Eberköpfe
oder Vögel.
©
C.H. Beck´sche Verlagsbuchhandlung, 1998
von Alexander Demandt

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